Jakob Ziegler
Auch ein Weyherer Bürger hatte am Aufbau des Landes Rheinland-Pfalz und der jungen deutschen Demokratie seinen Anteil: Unser Ehrenbürger Jakob Ziegler.
Rheinland-Pfalz
Im Jahre 1946 verfügte der französischen General Pierre Koenig die Gründung eines rhein-pfälzischen Landes (d'un Land Rheno-Palatin). Mit seiner Verordnung Nr. 57 vereinigte der Befehlshaber der französischen Besatzungszone die bisherigen Oberpräsidien Hessen-Pfalz und Rheinland-Hessen-Nassau.
Dieses künstliche Gebilde hat mittlerweile bereits seinen 60. Geburtstag gefeiert. Zu Beginn des neuen Landes war die Zwangsehe der Pfälzer mit den Rheinländern, Hunsrückern, Westerwäldern, Eifelanern, Nassauern und Hessen keine große Zukunft voraus gesagt worden. (Video)
Besonders in der Pfalz war man von der Idee dieses neuen Landes nicht sehr angetan. Es gab zwei Gegenentwürfe:
Zum einen die Kurpfälzer-Lösung. Diese sah ein Land in den Grenzen der alten Kurpfalz, also die Wiedervereinigung der linksrheinischen Pfalz mit den 1803 "baden gegangenen" rechtsrheinischen Gebieten vor.
Daneben favorisierten die pfälzischen Sozialdemokraten zusammen mit der sozialdemokratischen Regierung des Freistaats Bayern den Verbleib bei Bayern. Die bayerische Staatsregierung machte den skeptischen Pfälzern sehr viele Zugeständnisse.
Doch weder der 1949 gegründete "Verein Kurpfalz" der für den Anschluß der linksrheinischen Pfalz an den Südweststaat eintrat, noch der 1950 mit finanzieller Hilfe der bayerischen Staatsregierung gegründete Bund "Bayern und Pfalz", der für die Wiedervereinigung des bayerischen Rheinkreises mit Bayern eintrat konnten sich durchsetzen. Im Jahr 1956 erreichte die Kurpfalzlösung 9,3 % und die Rückgliederung nach Bayern sogar nur 7,6 % bei einem Volksentscheid. Der alte bayerische Propagandaspruch "Bayern und Pfalz, Gott erhalt's" verlor endgültig seine Bedeutung (sofern er jemals eine hatte).
(Quelle: "Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz", www.landeshauptarchiv.de; "Die Pfalz - links und rechts des Rheins", Herausgegeben von Alexander Schweickert, Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, 1977)
