Unter Mitra und Krumstab

In der Zeit von 957 bis 1801 gehörte unser Ort zum Hochstift Speyer. Dem Bistum Speyer gehörte Weyher schon seit den ersten Tagen der Christianisierung in römischer Zeit an.

Im Mittelalter entwickelte sich Weyher zum Dekanatsort. Die Pest wütetete in unserer Gegend, von Speyer traten Ritter und Kinder ihren Weg ins heilige Land, zum Kreuzzug an. Die Ideen der Reformation fielen auf fruchtbaren Boden, die Bauern rebellierten.

Der Streit des Pfälzer Kurfürst Friedrich V. als Führer der protestantischen Union mit dem bayerischen Herzog Maximilian, der die katholische Liga führe, führte zum "dreißigjährigen" Krieg und der Zerstörung der Pfalz und weiter Teile Deutschlands. Auch das Hochstift Speyer und die Gegend um Weyher wurde in Mitleidenschaft gezogen.

Der westfälische Friede stärkte Frankreich. Die Pfalz stand nun zwischen Habsburg und Frankreich. Der neue Kurfürst Karl Ludwig schaffte zwar das "Pfälzische Wunder", die Heirat seiner einzigen Tochter Elisabeth Charlotte mit dem Bruder des französichen Königs brachte jedoch nicht die erhoffte Sicherheit. Im Gegenteil, "im Namen" der Herzogin von Orleons wurde die Pfalz nachhaltig verwüstet.

Bereits 1792 kamen die Franzosen in unsere Gegegend. Weyher wurde Teil des Departements Donnersberg, und im Jahre 1803 wurde die geistliche Territorialherrschaft, und damit das Hochstift Speyer, abgeschafft. Auch das alte, traditionsreiche Bistum Speyer, das bereits seit der römischen Zeit bestanden hatte, lösten die Franzosen auf. Der nunmehr zuständige Bischof von Mainz konnte bei Napoleon gerade noch verhindern, dass der stark zerstörte Dom abgerissen wurde. Erst mit den katholischen Wittelsbachern des Königshauses Bayern wurde das Bistum Speyer, wenn auch stark verkleinert, wieder gegründet.