Sie sind hier: Weyher & Wein : Weinjahr
Januar
Januar
Der Rebschnitt

Die Reben müssen immer wieder zurückgeschnitten werden. Diese "Erziehung" bringt den Stock in die richtige Form und entscheidet über die Qualität des Weins.
Es läst sich denken, dass diese wichtige Arbeit einiges an Erfahrung voraussetzt. Der Winzer braucht ein geschultes Auge, ist doch jeder Weinstock individuell zu betrachten und zu behandeln: In Abhängigkeit vom Alter, seinem Gesundheitszustand und seiner Wuchskraft muss der Rebstock zurückgeschnitten werden.
Diese Arbeit legt den Grundstock für den kommenden Jahrgang!
Januar warm, dass Gott erbarm.
1. Januar:
Neujahrsnacht still und klar,
deutet auf ein gutes Jahr!
2. Januar:
Wie das Wetter an Makarius war,
so wird der September, trüb oder klar!
6. Januar:
Ist Dreikönig hell und klar,
gibt's viel Wein in diesem Jahr!
10. Januar:
An Agathe Sonnenschein,
bringt viel Korn und Wein.
20. Januar:
Sturm und Frost an Sebastian,
ist den Saaten wohlgetan.
30. Januar:
Bringt Martina Sonnenschein,
hofft man auf viel Korn und Wein!
Februar
Februar
Das Anbinden der Reben

Eigentlich müsste die Überschrift ja lauten "Kammer machen". Doch ich hör' die Nicht-Pfälzer schon fragen: Was hat das Anbinden der Reben denn mit einem Zimmer zu tun? Nichts, denn der Begriff stammt vom lateinischen "vinea camerate", der Bezeichnung für den alten Kammertbau - dem Vorgänger der von Gustav Adolf Froelich in unserem Gebiet eingeführten heutigen Drahtrahmenerziehung.
Früher war dies eine Frauenarbeit, da diese im Umgang mit den zu biegenden Reben viel geschickter waren als die Männer. Und die damals gebräuchlichen Weiden benötigten Geschick und flinke Hände. Heute ist die Weide längst von Kunststoff und Papierkordel verdrängt.
Februar Schnee und Regen, deuten an den Segen.
2. Februar:
Lichtmeß trüb,
ist dem Bauern lieb!
5. Februar:
St. Agatha, die Gottesbraut,
macht, dass Schnee und Eis gern taut.
12. Februar:
St. Eulalia Sonnenschein,
bringt viel Obst und guten Wein!
22. Februar:
Nur kein Gewitter auf St. Petri,
es schadet dem Weinstock.
24. Februar:
St. Mathias hab' ich lieb,
denn er gibt dem Baum den Trieb.
März
März
Die Reben bluten

Jetzt geht die Winterruhe zu Ende und langsam steigt der Saft in die Reben. An den Schnittstellen tritt dieser Saft aus, die Rebe "blutet" oder "weint" winzige Tröpfchen.
Der Rebstock entwickelt hier eine ungeheure Kraft. Wissenschaftler haben festgestellt, dass der Druck des Saftes bis zu 7 atü beträgt. Das reicht immerhin aus, um einen Autoreifen innerhalb von 48 Stunden zum Platzen zu bringen.
Jetzt ist es mit der Vegetationsruhe endgültig vorbei, und in wenigen Tagen zeigen sich schon die ersten Knospen am Rebstock.
Ein heiter März, erfreut des Winzers Herz.
3. März:
Ist Kunigunde tränenschwer,
dann bleibt gar oft der Keller leer!
17. März:
Ist Gertrude sonnig,
wird's dem Winzer sonnig.
19. März:
Ist's an Josefstag klar,
folgt ein fruchtbar Jahr!
25. März:
Ist Maria Verkündigung schön und hell,
gibt's Obst und Wein auf alle Fäll'.
April
April
Die Reben treiben aus

Nun zeigt sich an den Augen das erste zarte Grün. Innerhalb weniger Wochen verwandeln sich die kahlen Weinberge in ein grünes Rebenmeer.
Nüchtern betrachtet sind die Blätter des Rebstocks nicht anderes als eine Zuckerfabrik. Nur Sie entscheiden gemeinsam mit der Sonne über die spätere Qualität des Weines.
Auf einem Hektar wachsen übrigens bis zu 80 Hektar Blattfläche. Und auf diesem Hektar produzieren die Reben mit rund 6.000 Kilogramm Sauerstoff doppelt soviel wie eine Hektar Wald! Sie sehen: Ein Spaziergang durch unsere Weinberge ist nicht nur schön, sondern auch Gesund!
Bringt der April noch Schnee und Frost, gibt's wenig Heu und sauren Most.
2. April:
Sturm und Wind an Rosamunde,
bringt gute Kunde.
23. April:
Zu Georgi blinde Reben,
volle Trauben später geben.
25. April:
Gibt's an Markus Sonnenschein,
so bekommt man guten Wein.
28. April:
Gefrierts auf St. Vikal,
gefriert's noch fünfzehn mal.
Mai
Mai
Die Bodenbearbeitung

Kaum eine andere Kulturpflanze bedarf sovieler Bodenpflege wie der Rebstock. Bis zu zwanzig mal muss sich der Winzer im Jahr um jeden einzelnen Rebstock bemühen.
Jetzt im Frühjahr geht es zunächst darum, die Winterfeuchtigkeit zu erhalten. Doch auch das erste Unkraut muss schon bekämpft werden. Zur besseren Durchlüftung wird der Boden gelockert.
Mai kühl und naß, füllt Scheune und Faß.
12. - 13. - 14. Mai:
Pankratius, Servatius, Bonifatius,
der Gärtner sie beachten muß:
geh'n sie vorüber ohne Regen,
dem Weine bringt es großen Segen.
25. Mai:
Scheint am Urbanstag die Sonne,
So gerät der Wein zur Wonne;
regnet's aber, nimmer Schaden,
und wird selten wohl geraten.
Juni
Juni
Das setzen der Reben

Früher war die Neuanlage eines Weinbergs, das "Setzen" der Reben eine ganz besondere Angelegenheit. Kam dies doch nur alle dreißig Jahre einmal vor. Heute wird in der Regel ein Weinberg viel früher (ca. nach etwa zwanzig Jahren) neu angelegt.
Dass ein Weinberg viel länger Trauben tragen kann beweist der älteste Weinberg der Pfalz in unserem Nachbarort Rhodt.
Bringt der Juni trockne Glut, dann gerät der Wein uns gut.
8. Juni:
Medart bringt keine Frost mehr,
der dem Weinstock gefährlich wär'.
11. Juni:
Regnet es auf St. Barnabas,
dann schwimmen die Trauben bis in's Faß.
15. Juni:
Oh heiliger St. Veit, regne nicht,
dass es uns an Ost und Wein gebricht.
24. Juni:
Wenn bis Johanni kein Regen fällt,
ist's um den Weinstock gut bestellt.
29. Juni:
Regnet's an St. Peter und Paul,
wird die Weinernte faul.
Juli
Juli
Die Rebenblüte

Zwar ist die Blüte der Rebe unscheinbar und auch nur von kurzer Dauer, aber sie verbreitet einen betörenden Duft.
Zu früheren Zeiten undenkbar, jedoch im Zuge der Mengenregulierung durchaus machbar: Rebenblüten-Bowle.
Einer Reb' und einer Geiß, ist's im Juli nie zu heiß.
2. Juli:
Geht Maria über's Gebirge naß,
bleiben leer Scheune und Faß.
19. Juli:
Vinzenz Sonnenschein,
füllt die Fässer mit Wein.
20. Juli:
Bringt Margaret Regenzeit,
so verdirbt der Most weit und breit.
26. Juli:
Annatag naß,
nimmt der Wein ab bis in's Faß.
August
August
Die Reife

Im Laufe des Jahres lassen mehr als 1.800 Sonnenstunden die Trauben an den Rebstöcken reifen. Jetzt leistet die Sonne Schwerstarbeit, die Traubenbeeren füllen sich und hängen schwer an den Weinstöcken.
Jetzt kommen die Feinschmecker aus dem Tierreich: Vom Kaninchen bis zum Wildschwein, von der Ameise bis zur Hornisse, vom Star bis zum Fasan - Alle möchten von den süßen Früchten etwas abhaben. Die Arbeit des Winzers ist noch nicht im Faß!
Im August viel Regen, ist dem Wein kein Segen.
5. August:
Oswaldtag muss trocken sein,
sonst wird teuer Korn und Wein.
10. August:
Laurenz muss heiß sein,
soll der Wein gut sein.
15. August:
Hat uns're Frau gut Wetter, wenn sie zum Himmel fährt,
gewiß sie guten Wein beschert.
23. bis 28. August:
Was die Hundstage gießen,
muss die Traube büßen.
24. August:
Wie Batholomäitag sich hält,
so ist der ganze Herbst bestellt.
September
September
Weinfest

Die Zahl der Weinfeste in unserer Region ist RIESIG! Einen aktuellen Überblick bietet der Weinfestkalender der Südlichen Weinstraße.
In Weyher feiern wir unser traditionelles Weinfest am zweiten Septemberwochenende. Zum Wohl - Die Pfalz!
Septembergold ist dem Weine hold.
9. September:
Bringt St. Gorgon Regen,
folgt ein Herbst mit schlechten Wegen.
11. September:
Wenn's an Protus nicht nässt,
ein dürrer Herbst sich erwarten läßt.
21. September:
Wenn Mattäus weint statt lacht,
er aus Wein oft Essig macht.
Oktober
Oktober
Die Weinlese

Nun legt der Winzer das letzte mal Hand an im Weinberg. Dann kommen die Trauben "nach Hause". Es folgt die Arbeit im Kelterhaus und im Keller.
Hält der Oktober das Laub lange fest, so sorge dir ja für ein warmes Nest.
1. Oktober:
Regen an St. Remigius,
bringt den ganzen Monat Verdruß.
16. Oktober:
Ist St. Gallustag naß,
ist's für den Wein kein Spaß.
21. Oktober:
St. Ursulas Beginn,
zeigt auf den Winter hin.
November
November
Die Kellerarbeit

Über Jahrhunderte war das Weinfaß die einzige Lagermöglichkeit für den Wein in unserer Region. Mittlerweile haben jedoch schon längst Zement-, Edelstahl oder Kunststofffässer das Holzfaß aus dem Keller verdrängt. Nur noch wenige Winzer leisten sich dieses teuere und wartungsintensive "historische Relikt".
Durch den immer weiter verbreiteten Barriqueausbau kommt es in letzter Zeit zu einer - sehr begrenzten - Renaissance der Holzfässer.
Reift das Rebholz richtig aus, so wird's über's Jahr viel Wein geben.
1. November:
Soll der Winzer fröhlich sein,
Tritt Allerheiligen Sommer ein.
11. November:
Soviel Tropfen um St. Martin an der Heck',
Soviel Trauben nächstes an den Stöck'.
30. November:
Der Andreasschnee,
tut Saat und Weinstock weh.
Dezember
Dezember
Eiswein

Eine besondere Spezialität unter den Weinen ist der Eiswein. Der Winzer muss bereits im Herbst eine riskante Entscheidung treffen: Lässt er die Trauben hängen, ist er auf einen harten Winter angewiesen. Denn nur wenn Mutter Natur es gut mit Ihm meint, und die Trauben 24 Stunden lang auf mindestens 7 Grad unter Null abgekühlt sind, können die tiefgefrorenen Trauben geerntet werden.
Nur dann ist alles Wasser in den Beeren gefroren und von der Kelter läuft konzentrierter Most. Das ergibt einen sehr guten Wein.
Kalter Dezember, Zeitiger Frühling.
25. Dezember:
Wenn's um Weihnacht feucht und naß,
gibt's leere Speicher und leere Faß.
26. Dezember:
Windstill muß St. Stephan sein,
soll der nächste Wein gedeih'n.
31. Dezember:
Wind in St. Silvesters Nacht,
hat nie Wein und Korn gebracht.