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Die Küferei
Und wer die Küferei veracht', den holt de Deifel bei der Nacht!
So heist es in einem alten Lied, dem "Küferschlag". Dieses Lied erklingt jedes Jahr zur Eröffnung des Weinfestes und erinnert an den einstmals wichtigen und angesehen Beruf des Küfers.
Seit 1498 waren die Fassküfer vereidigt und verpflichtet, der Herrschaft - in Weyher also dem Fürstbischof von Speyer - Weinverfälschungen von denen Sie erfahren, ohne Ansicht der Person, zu melden. In unserer Region waren die Küfer bis 1732 als Gerichtsküfer vereidigt. Der Küfer überprüfte unter anderem, ob die Steuern und Abgaben bezahlt waren, erst danach gab er Brief und Siegel für die Fuhre.
Die Küferei war also stehts mehr als "Fässermachen", der Küfer war - und ist - ein Weinsachverständiger, zuständig für alle Kellerarbeiten. Heute finden sich die wenigen verbliebenen Küfereien oft unter einem Dach mit einem Weingut.
Küfer Schorsch
Küfer Schorsch
Die Küferei hatte in unserer Familie Tradition: Noch mein Großvater und mein Vater haben den Beruf des Küfers erlernt.
Die Aufnahme von 1930 zeigt meinen Großvater, der den älteren Weyherern als "Küfer-Schorsch" noch gut in Erinnerung ist.
Das große Fass
Das große Fass von Heidelberg
1589 bis 1592 schuf der Landauer Küfer Michael Werner ein Faß "wie keines noch auf Erden". Es fasste 130.000 Liter
Nach der Zerstörung des ersten Fasses im dreißigjährigen Krieg baute der Heidelberger Küfermeister Johannes Meyer ein neues Faß, das 195.000 Liter faßte.
1750/1751 erbaute Johann Jakob Englert das dritte Faß, dass wir noch heute im Schloßkeller zu Heidelberg bewundern können. Es fasst 222.000 Liter und wie seine Vorgänger hat es auf seiner Oberseite einen Tanzboden.
Berechnungen über den Weinverbrauch des Hofes lassen vermuten, daß es kaum zum täglichen Gebrauch gedient haben dürfte. Es soll wie seine Vorgänger zum Einsammeln des Zehntweins in der Kurpfalz gedient haben. Sein Inhalt wird daher ein Sammelsurium aus den verschiedensten Weinen und Weinlagen - meist minderer Qualität - gewesen sein.
Dürkheimer Fass
Das Dürkheimer Riesen-Fass
Im Jahre 1934 löste das Dürkheimer Riesenfaß des Küfermeisters Fritz Keller das große Faß in Heidelberg als größtes Faß der Welt ab.
Im Schwarzwald wurden für den Bau des Fasses über 200 Tannen gefällt. Jeder Baum an die 40 Meter hoch. Jeweils ein Baum wurde für eine der 178 Faßdauben von jeweils 15 m Länge und 15cm Stärke benötigt.
Es wurden über 200 Kubikmeter Holz verarbeitet. Das Riesenfass hat einen Durchmesser von 13,5m und einen Rauminhalt von 1.7 Millionen Litern.
Das Dürkheimer Riesenfass war niemals als Lagerstätte für Wein gedacht, sondern von Anfang an als touristische Attraktion geplant. In seinem Inneren befindet sich eine Gaststätte.