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Die Römer
Wie überall, haben die Römer auch in Weyher ihre Spuren hinterlassen. Immerhin war unsere Gegend über 400 Jahre römisch. Spätestens seit ASTERIX ist es allen bekannt: 58 vor Christus eroberten die römischen Truppen unter der Führung Cäsars Gallien. Im Gebiet der heutigen Pfalz fanden die Römer jedoch nicht nur Gallier (Kelten) vor, sondern auch noch einige Germanen. Die Römer übernahmen die alten Bezirkseinteilungen der Kelten und Germanen, und so kam es im Gebiet der Vorderpfalz zur Civitas Nemetum.
Aber der Reihe nach: Drusus legte in Noviomagus, dem späteren Speyer und bei Rheingönnheim 10 vor Christus ein Kastel an. Mit der Errichtung dieser beiden Stützpunkte kann der Beginn der Römerzeit in der Pfalz datiert werden. Die Pfalz gehörte dann bis 83 nach Christus zur Provinz Gallia Belgica, welche große Teile Nord- und Ostfrankreichs, Belgien, sowie die linksrheinischen deutschen Gebiete umfaßte.
Speyer entwickelte sich nach dem Wegfall der Rheingrenze im Jahre 74 nach Christus von einem Militärstützpunkt zur zivilen Bezirkshauptstadt in der 83 nach Christus gegründeten neuen Provinz Germania Superior (Obergermanien). Die Provinzhauptstadt war Mainz, die Hauptstadt der zweiten germanischen Provinz, Germania Inferior (Niedergermanien) war Köln. Speyer war sicherlich die bedeutenste pfälzische Stadt in der römischen Zeit, war jedoch nur kurze Zeit "Colonia" mit eigenem, städtischem Recht wie Mainz oder Köln.
Die Römer brachten Ihre effektive Verwaltung mit, und für die Pfalz begann eine wirtschaftlich gute, und vor allem friedliche Zeit. Neben dem bereits von den Kelten betriebenen Bergbau war unsere Gegend vor allem für die Töpferwaren (Terra Sigillata) und die landwirtschaftlichen Produkte bekannt.
Die spärlichen Überreste eines römischen Gutshofes, einer Villa Rustica wurden in Weyher im Rahmen der Flurbereinigung im Jahre 1964, "in der Blenk", etwas südlich unseres Friedhofs gefunden. Aus den hierbei gefundenen Keramikscherben wurde abgeleitet, dass der Hof etwa im 2. Jahrhundert errichtet, und um die Mitte des 4. Jahrhunderts aufgelassen wurde. Als die Alemannen Mitte des 4. Jahrhunderts in unser Gebiet einfielen, könnte ihnen dieses Anwesen zum Opfer gefallen sein. Vielleicht fand sich danach niemand mehr, der den Aufbau wagen wollte. Etwas unterhalb des Gutshofes wurde ein Gräberfeld gefunden.
Auf eine zweite Ansiedlung deutet ein weiteres Gräberfeld im "Steinbühl" hin. Die zugehörige Siedlung konnte leider nicht gefunden werden. Wahrscheinlich wurden die Reste im Rahmen der Flurbereinigung unwiederbringlich zerstört.
Nichts desto Trotz berufen wir Weyherer uns auf diese römischen Wurzeln, und leiten unseren Ortsnamen von dieser lateinischen villa ab.
Im April 2005 sties Ludwig Seiler bei Ausschachtungsarbeiten auf eine römische Grundmauer. Ausserdem fand er römische Dachziegel und Terra Sigillata aus der 2. Jahrhundert nach Christus.
Mit dem Tode Aetius im Jahre 454 war die Herrschaft der Römer in der Pfalz beendet. Die Alemannen übernahmen die Herrschaft in der Pfalz.
Bergbbau
Bergbau wurde bereits von den Kelten in der Pfalz betrieben. Die Römer setzten diese Tradition fort. In Eisenberg und Umgebung wurden wurden Eisenerze des unteren Buntsandsteins verhüttet. Produzierten die Kelten noch Barren, die dann andernorts weiterverarbeitet wurden, so stellten die Römer bereits vor Ort Hämmer, Ambosse und Rohlinge her. Diese Rohlinge mussten dann von Schmiedewerkstätten nur noch weiter verarbeitet werden.
Man kann sich vorstellen, wie wichtig solche "Industriezentren", also Bergwerke und Eisenhütten waren. Deshalb errichteten die Römer zu deren Schutz einen Burgus. Die Burgi waren kleine Befestigungen an strategisch wichtigen Orten (z.B. Straßen), die neben den großen Kastellen in Kriegszeiten als Zufluchtsstätten dienten. Der Eingang dieses rechteckigen oder quadratische, mehrgeschossigen Gebäudes lag immer im ersten Stock. Im Ernstfall zog man die Leiter hoch. Im Innern war der Burgus mit einem Lichtschacht versehen. Da er zur Rundumverteidigung dient, waren in allen Stockwerken Schießscharten in alle Richtungen.
Landwirtschaft
Zur römischen Zeit hatte die Landwirtschaft die größte Bedeutung als Wirtschaftsfaktor. Die Pfalz war auch schon zu Zeiten der alten Römer ein sehr fruchtbares Land. Es wurden viele Gutshöfe (Villa Rustica) angelegt. Üblich war eine Bodengröße von 150 Hektar. Die Bewirtschaftung erfolgte nach dem System der Dreifelderwirtschaft, bei der jeweils ein Drittel der Fläche in jedem Jahr brachlag. Vorrangig wurde Getreide angepflanzt. Daneben führten die Römer bei uns den Weinbau ein - sehr erfolgreich, wie ich meine!
Neben dem Ackerbau haben die Römer in der Pfalz auch Viehzucht betrieben. Warum sollten die Römer die in Gallien damals übliche Schweinezucht nicht übernommen haben? Dann könnten wir neben dem Weinbau sogar die berühmte Pfälzer Hausmacher Wurst auf die alten Römer zurückführen!
Töpferei (Terra Sigilata)
Die Tonlage bei Rheinzabern/Jockgrim am nördlichen Rand des Bienwaldes wurden von den römischen Legionären zuerst für die Herstellung von Ziegeln verwendet. Die römische Armee unterhielt Armee-Ziegeleien. Diese wurden für die Herstellung von Backsteinen und Dachziegeln dringend benötigt.
Doch dann entwickelt sich sehr rasch die Geschirr Produktion, und wurde zu einer regelrechten Industrie. Die Qualität der Rheinzaberner/Jockgrimmer Waren war exzellent, so dass sich die Teller, Tassen und Krüge zu einem waren Exportschlager entwickelten. Die Rheinzaberner Manufakturen waren bekann für ihre feine, rot glänzende Ware: "Terra Sigillata". Pfälzer Geschirr wurde in großen Teilen des römischen Imperiums verbreitet. Die Fundstätten reichen vom römischen Britannien bis in die Schwarzmeer-Provinzen. Aber auch im freien Germanien oder in Skandinavien oder an der Weichsel fanden sich Abnehmer.