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Die Germanen

Die Geschichte der Germanen in unserem Gebiet ist noch nicht ausgiebig erforscht - und ich glaube kaum, dass hier noch Licht ins Dunkel der Geschichte kommen wird. Das wenige was wir wissen, stammt aus römischen Quellen.

Die Römer fanden im Gebiet der heutigen Pfalz vier Stämme vor: Die (keltischen) Mediomatriker in der West- und Südwestpfalz. In der Nordpfalz die (keltischen) Treverer. In der Südpfalz die germanischen Nemeter und noch weiter südlich, bis weit ins heutige Elsass hinein die germanischen Triboker. Die ursprünglich im Norden Europas heimischen Germanen sind wohl im ersten Jahrhundert vor Christus in unsere Gegend eingewandert. Die römischen Quellen gehen davon aus, dass der swebische Heerkönig Ariovist mit seinen Tribokern, Nemetern und Wagionen von keltischen Sequanern zu Hilfe gerufen wurde. Ariovist soll 71 vor Christus die Sequaner unterstützt haben. Dreizehn Jahre später stoppte Cäsar die Truppen Ariovists bei Schlettstadt (Mühlhausen im Elsass).

Die "Hauptstadt" der in unserer Gegend ansässigen Nemeter war "Noviomagus" (deutsch "Neufeld"), das heutige Speyer. Der Name der Nemeter ist übrigens aus dem keltischen entliehen, und zeigt, dass hier schon frühzeitig eine Vermischung der Kulturen und Völker geschehen ist. Heute spricht man von "keltisierten Germanenstämmen". Der Name wurde aus dem keltischen Wort "nemed" abgleitet, was soviel wie "edel" oder "schön" bedeutet. Tjah, wenn man uns Pfälzer so betrachtet, kann man die ollen Kelten verstehen, oder ...

Die Nemeter haben sich sehr schnell mit den Römern arrangiert, und dienten Ihnen als "Hilfsvolk". Sie durften im römischen Gebiet siedeln, mussten aber bei Bedarf Truppen für die Verteidigung des römischen Reiches zur Verfügung stellen.

Nach einer Theorie von Wilhelm Heinrich Riehl haben sich die Germanen, die Kelten und die Römer in unserem Gebiet zu einem Volk verschmolzen. Ich halte dies für sehr wahrscheinlich: So ist aus der Urbevölkerung und den Zuwanderern der Pfälzer hervorgegangen. 

(Quelle: Die Geschichte der Pfalz, Karl Mörsch, 5. Auflage 1994)