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Unsere Glocken

Die Kirche St. Peter und Paul verfügt noch als einzige Kirche der Pfalz über ihr altes, "vorrevolutionäres" Geläut von 1733/1749.

Die Glocken von Weyher

Wie überall in der Pfalz, wurden auch in Weyher 1794 die Glocken vom Kirchturm heruntergeholt um zu Kanonen umgegossen zu werden. Einige mutige Bürger haben die Glocken dann jedoch vor den französischen Revolutionstruppen versteckt. Und erst im Jahre 1804 kamen die Glocken wieder an ihren angestammten Platz hoch oben im Turm.

In der Zeit nach der Reichsgründung 1871 besannen sich auch die Weyherer auf Ihre "Erfolge" gegen den Erzfeind Frankreich und haben die Geschichte der Errettung ihrer Glocken sowie die Namen der Retter für die Nachwelt erhalten.

Nachdem die g' klingende "Petrusglocke" 1888 gesprungen war, nahmen's die Weyherer später nicht mehr so genau. Denn diese Glocke wurde sowohl im ersten als auch im zweiten Weltkrieg für die vaterländischen Kanonen eingeschmolzen. Mittlerweile tönt die neue "Petrusglocke" schon seit 1949 vom Turm.

Marienglocke

Die Marien- oder 12 Uhr-Glocke ist mit 1.100 kg und einem Durchmesser von 124 cm die größte und schwerste Glocke. Seit 1749 bildet ihr tiefes es den sonoren Grundton des Geläuts.

Die Inschrift lautet:

Zu Ehren der unbefleckten Jungfrau und Mutter Gottes, Maria,
liess mich giessen die Gemeinde Weyher unter Rippurg im Jahr 1749
Johann Jacob Speck von Bruchsal gos mich
J.J. Duras, Hoch. fürstl. Spey. Camrath Guttaether
Unbefleckt Empfangene Jungfrau
auf unser Ort vom Himmel schau
alle Übel von uns gnädig treib
unsere Mutter und Schutzfrau bleib
Georg Koch Schultheis

Petrusglocke

Die 1749 gegossene Petrus- oder 11 Uhr-Glocke bekam im Jahre 1888 einen Sprung. Sowohl im ersten als auch im Zweiten Weltkrieg wurde diese Glocke eingeschmolzen. Mit 600 kg und einem Durchmesser von 108 cm ruft die in g klingende Glocke um 11 Uhr die Arbeiter aus den Weinbergen.

Die Inschrift lautet:

Eigentum der katholischen Kirchenstiftung Weyher
Du bist Petrus und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen
Matth. 16,18
Meister Hamm aus Frankenthal goss mich 1949

Die Inschrift der "alten" Glocke lautete:

Zu Ehren des hl. Apostels Petri,
hiesiger Kirche Patron
ließ mich gießen
die Gemeinde Weyher
im Jahre 1749
Joh. Jak. Speck Bruchsal
St. Peter, du der Felsen bist,
worauf gebaut Herr Jesu Christ,
seine Kirche, in dieser uns erhalt,
Irrtum halte ab und Teufelsgewalt.
H. Joh. Jak. Duras Kammrath, Wohlthäter

Bereits in den 1930er Jahren haben sich die Nachfahren der Familie Duras gefragt, warum man auf dem Nachguss keinen Hinweis zum ursprünglichen Stifter angebracht hat. Warscheinlich wurde es schlichtweg vergessen.

Antoniusglocke

Die Antoniusglocke (auch Halbmess- oder Rosenkranzglocke) klint in a und hat einen Druchmesser von 86 cm.

Die Inschrift lautet:

Zu Ehren des hl. Antonius von Padua
liess mich giessen die Gemeind Weyher unter Rippurg im Jahre 1749
Johann Jacob Speck von Bruchsall goss mich
Sanct Antoni du Wundermann
Dein Hilf bei Gott wir rufen an
mach durch dieser Glocken Zeichen
Donner Hagel Blitz abweichen
J.J. Duras Hoch.fürst. Spey. Camrath Guthtaeter

Frühmeßglocke

Mit ihrem es bildet die Frühmessglocke den Oberton des Geläuts. Und mit ihren 120 kg und einem Durchmesser von 59 cm ist sie die kleinste Glocke im Turm.

Die Inschrift lautet:

Gott zu Ehren last mich giessen
die ganze Gemeind Weyher under Ripurg
durch Johann Jacob Speck in Bruchsal
Anno 1733

Quelle: 1200 Jahre Weyher in der Pfalz, Hrsg. Ortsgemeinde Weyher in der Pfalz, 1977; Die Glocken von Weyher, Hrsg. Wiltrud Ziegler/Pfarrgemeinde Weyher in der Pfalz, 1994; Foto: Ortsprospekt Weyher in der Pfalz)