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Ministerpräsidenten
1918 - 1933
Kurt Eisner, USPD (8. 11. 1918 - 21. 2. 1919)
* 1867 + 1919
Kurt Eisner von der USPD rief am 7. November 1918 den Freistaat Bayern aus. Ludwig III. dankt ab und geht ins Exil. Ein aus Arbeiter-und Sodatenräten gebildeter provisorischer Nationalrat wählte ihn zum ersten (und einzigen) jüdischen Ministerpräsident. Er wurde am 21. Februar 1919 auf dem Weg in den Landtag, wo er seinen Rücktritt erklären wollte, von dem Nationalisten Graf Anton Arco-Valley erschossen.
In der Pfalz war das Verhältnis zu Bayern schon angespannt, man fühlte sich in vielen Bereichen benachteiligt. Eine Delegiertenkonferenz der Volksräte machte in Neustadt Front gegen Eisler - die Abtrennung der Pfalz von Bayern wurde jedoch noch abgelehnt.
Johannes Hoffmann, SPD (17. 3. 1919 - 14. 3. 1920)
* 1867 + 1930
Der 1867 in Ilbesheim geborene Johannes Hoffmann wird der erste demokratisch gewählte Ministerpräsident des Freistaats Bayern. Der Pfälzer Sozialdemokrat war bereits im Kabinett Eisner als Kultusminister hervorgetreten, als der die geistliche Schulaufsicht aufhob.
Als Nachfolger Eisners gelang es ihm nicht, die zunehmende Polarisierung zwischen den lokalen Arbeiter- und Soldatenräten auf der einen, und den parlamentarischen Parteien auf der anderen Seite abzubauen. In der Nacht vom 6. auf den 7. April 1919 kam es zur Ausrufung einer "Räterepublik Baiern" und Hoffmann musste den Regierunssitz nach Bamberg verlegen. Bereits am 17. April erlaubte Hoffmann die Aufstellung von "Freikorps". Zusammen mit den von Hoffmann angeforderten preussischen und württembergischen Truppen haben diese an der Niederschlagung der Räterepublik (1. Mai 1919) mitgewirkt. Die Terrorherrschaft der "roten Armee" hatte mehrere tausend Opfer gefordert.
Ihm gelang mit der "Bamberger Verfassung" eine demokratische Grundlage für die spätere Entwicklung Bayerns zum Verfassungsstaat. Die Regierung Hoffmann musste nach dem Kapp-Putsch im März 1920 zurücktreten.
In Hoffmanns Regierungszeit fallen auch die ersten seperatistischen Bewegungen in der Pfalz.
Wegen seiner spartanischen Lebensweise wurde er als der "bedürfnisloseste Ministerpräsident, den Bayern je hatte" bezeichnet.
Gustav Ritter von Kahr
Ministerpräsident von 16.03.1920 bis 11.09.1921
Generalstaatskommissar von 15.09.1923 bis 18.02.1924
* 1862 + 1934
Der in Weißenburg geboren Gustav Ritter von Kahr war Monarchist, er wollte mit allen Mitteln die vor 1918 herrschenden Verhältnisse wieder herstellen. Die Reichsregierung setzt trotz Kahrs Widerstand die vom Versailler Vertrag geforderte Entwaffnung der rechtsextremen bayerischen Einwohnerwehren durch. Kahr tritt als Konsequenz der Entwaffnung der ihn unterstützenden Einwohnerwehren im September 1921 von seinem Amt als Ministerpräsident zurück. Er wird Regierungspräsident von Oberbayern.
Im September 1923 ernennt die bayerische Staatsregierung von Kahr zum Generalstaatskommissar mit diktatorischen Kompetenzen.
Adolf Hitler nutzte die "Rechtslastigkeit" von Kahrs, und rief auf einer Veranstaltung von Kahrs am 8. November 1923 die "Nationale Revolution" aus. Am darauffolgenden Tag kam es dann zum "Marsch auf die Feldherrenhalle". Die Polizei schlug den Hitlerputsch nieder. Von Kahrs Ansehen war stark beschädigt und so trat er im Februar 1924 zurück.
Heinrich Held (28. 6. 1924 - 15. 3. 1933)
* 1868 + 1938
Der Verleger Heinrich Held war Mitbegründer Bayerischen Volkspartei. Er wurde am 28. Juni 1924 gewählt und trat am 15. März 1933 von seinem Amt zurück. Held war Förderalist und versuchte die Stellung Bayerns zu stärken und die der "Zentrale" in Berlin zu schwächen.
Wie viele andere auch, verkannte er die Gefahr die von Hitler und seiner NSDAP ausging. Er beteiligte sich jedoch an dem Versuch, die Herrschaft Hitlers in Bayern durch Wiedereinführung der Monarchie zu verhindern.
Staatliche Stellen in Bayern hatten jedoch Hitlers Aufstieg begünstigt, wenn nicht so gar gefördert. Die bayerischen Gerichte verhielten sich auffallend Milde gegenüber den Rechtsradikalen (Hitler hatte z.B. eine nur sechsmonatige Haft in Landsberg zu verbüssen, wo er bekannt "Mein Kampf" schrieb). So wurde das Weiterbestehen und die Ausweitung der nationalsozialistischen Bewegung ermöglicht.
(Quelle: www.bayern.de, HDBG; Die Palz im 20. Jahrhunder, Herausgegeben von Theo Schwarzmüller und Michael Garthe; www.gonschior.de)



