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Das pfälzische Wunder!

Nach dem dreißigjährigen Krieg machte sich Kurfürst Karl I. Ludwig an den Wiederaufbau des geschundenen Landes. Der Krieg brachte neben den materiellen Verlusten auch eine Schwund der Bevölkerung von durchschnittlich 50 % im Reich. Die Pfalz, als besonders betroffenes Gebiet, hatte einen noch höheren Blutzoll zu entrichten.

Der Kurfürst übte sich in einer sehr sparsamen Haushaltsführung und konnte so das Land relativ schnell wieder aufbauen. Diese Leistung bezeichnet man gerne als das "Pfälzische Wunder".

Die politische Situation zwischen Habsburg und Frankreich sah Karl Ludwig sehr wohl. Er hoffte durch die Vermählung seiner Tochter Elisabeth Charlotte ("Liselotte") mit dem Bruder des französischen Königs ("Monsieur") die Pfalz vor den Begehrlichkeiten der Franzosen zu bewahren. Aus diesem politischen Kalkül heraus musste die protestantische Elisabeth Charlotte konvertieren. Die berühmte "Liselotte von der Pfalz" drückte es einmal so aus: "Monsieur ist eine Messe Wert!"

Bekanntlich hat dieses Opfer nix genutzt: Nach dem Tode Karl Ludwigs verwüsteten die Franzosen "im Namen" Liselottes die Pfalz. In Ihren Briefen hat Sie dies bitterlich beklagt. Im "Orléanschen Krieg" wurde die Pfalz nachhaltig zerstört. Die Truppen des General Melac befolgten den Befehl "de brûler le Palatinat"des Kriegsminister Louivois nur zu gut. Die systematische Zerstörung der Franzosen ("verbrannte Erde") kannte bis dahin keinen Vergleich in der Geschichte und trübte die Einstellung der Pfälzer gegenüber den Franzosen für lange Zeit.

(Quelle: 1200 Jahre Weyher in der Pfalz, Hrgs. Gemeinde Weyher in der Pfalz, 1977; Die Geschichte der Pfalz, Karl Mörsch, 5. Auflage 1994; Pfälzische Geschichte, Insitut für pfälzische Geschichte und Volkskunde, 2. Auflage 2002)