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Die 12 braunen Jahre

1933 bis 1945

Mit dem Rücktritt Helds und den gesetzlichen Maßnahmen der Nationalsozialisten (vor allem die Gesetze zur Gleichschaltung der Länder) endete auch in Bayern selbständige Landespolitik.

Zwar existierte zunächst unter General Franz Xaver Ritter von Epp und schließlich unter dem am 12. April 1933 ernannten Ministerpräsidenten Ludwig Siebert noch eine sogenannte Landesregierung, diese hatte joch nur Verwaaltungsaufgaben und war personell und organisatorisch abhänging von diversen Organisation der NSDAP. Nach dem Tod Sieberts wurde kein Nachfolger ernannt.

Die Versuche des pfälzischen Gauleiters Josef Bürckel, die Pfalz von Bayern loszulösen wurden sowohl von München als auch von Berlin verhindert.

Die Machtübernahme der Nazis erfolgte auch in Weyher. Hier wurde wie überall der Gemeinderat "neu besetzt" und der Bürgermeisterposten von einem Parteigenossen übernommen. Mandatsträger und Funktionäre des Zentrums und der BVP wurden in "Schutzhaft" genommen. Da die ordentlichen Gefängnisse hoffnungslos überfüllt waren, wurden "Lager" errichtet, u. a. im nahen Edenkoben. Nach Mandatsverzicht und dem Versprechen, sich politisch nicht mehr zu betätigen durften die "Schutzhäftlinge" auf Ihre Entlassung hoffen.

Das Vereinsleben wurde wie im gesamten Reich ebenfalls "gleichgeschaltet". Der Winzergesangverein und der Männergesangverein Liedertafel wurden 1933 zum Vereinigten Männerchor Weyher zusammengezogen. Die kath. orientierte Deutsche Jugendkraft und der konfessionsübergreifende Deutsche Turnerbund stritten sich um die Sporttreibende Jugend in Weyher. Am Schluß gingen alle im gleichgeschalteten Nationalsozialistischer Reichsbund für Leibesübungen auf. Das Vereinsleben in Weyher kam zum Erliegen.

Das Dorf selbst wurde durch den Krieg nur wenig in Mitleidenschaft genommen: Im Jahre 1940 stürzte ein deutsches Jagdflugzeug am Blättersberg ab und 1941 entstand durch eine verirrte Leuchtbombe am Frankenfelsen ein Waldbrand. 1944 kam es durch einen Bordwaffenbeschuss eines allierten Flugzeuges im Oberdorf zu einem Brand. Im letzten Kriegsjahr wurde das Weyherer Spritzenhaus durch einen deutschen Panzer teilweise zerstört.

Mit dem "Einmarsch" einer zwei Mann starken amerikanischen Streife am 21. März 1945 war für Weyher der Krieg beendet. Am Ende des "Tausenjährigen Reiches" beklagte man in Weyher 42 Gefallene und 12 Vermisste.

(Quelle: Die Pfalz - links und rechts des Rheins, Hausegegeben von Alexander Schweickert, Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz; Die Pfalz im 20. Jahrhundert, Herausgeben von Theo Schwarzmüller und Michael Garthe; 1200 Jahre Edenkoben, Im Auftrag der Stadtverwaltung herausgeben von Alfred Hans Kuby; Die Pfalz und die Stadt Kaiserslautern zur Zeit der Weimarer Republik; Autor Michael Rindchen, Mark Wenz aus www.hausarbeiten.de; www.sankt-martin-pfalz.de)